Aus für PV-Strom?

Hunderte Arbeitsplätze auch in Thüringen in Gefahr
(02.03.2012)

Großkundgebung am Brandenburger Tor gegen die vom Kabinett beschlossene Solarförderkürzung, am Montag, 5. März 2012, ab 13 Uhr in Berlin.

Amtliche, kommunale und staatliche Entscheidungen basieren auf einem Zeithorizont, der sich meistens in Jahren bemisst. So zum Beispiel die Absicht zur Senkung der CO2-Emission in Deutschland. Hier ist ein Fahrplan bis 2020 bzw. sogar 2050 vorgesehen.

Für die Wege zur Erreichung der CO2-Reduktion gilt dies jedoch offensichtlich nicht. Kürzeste Zeiträume sind dort die Regel. Förderprogramme, die Maßnahmen zum Umweltschutz, zur Steigerung der Energieeffizienz bzw. zur Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen sollen, werden nach Lust und Laune, manchmal auch nur nach Kassenlage kurzfristig verändert oder ausgesetzt. Planbarkeit sieht anders aus! Wer kann den Firmen oder der Bevölkerung verdenken, dass sie das Interesse an Aktivitäten zur Verbesserung der CO2-Bilanz verlieren? Wer macht sich schon die Mühe, für das nächste Jahr, die nächsten 2 Jahre zu planen, wenn er nicht mal weiß, ob die Planungsgrundlage noch in 2 Wochen gilt?

Warum wird hier mit zweierlei Maßstäben hantiert?

Aktuell zeigen unsere beiden Bundesminister Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), wie ernst es die Politik meint. Die Photovoltaik-Vergütung soll innerhalb von 2 Wochen auf den Kopf gestellt werden. Die Planungssicherheit lässt grüßen.

Schon heute lässt sich absehen, dass längerfristig geplante Aufträge storniert werden, da keine Planungssicherheit mehr gegeben ist. Handwerker werden Montageaufträge verlieren. Photovoltaik-Hersteller werden Umsatzeinbrüche in Größenordnungen hinzunehmen haben. Insolvenzen eingeschlossen. Banken werden sich verstärkt überlegen, ob sie für diese Technik noch Mittel bereit stellen. Bauherren und Betriebe mit kleinen Anlagen (unter 100 kWp) werden sich überlegen, ob sie in diese Technik noch investieren wollen.

Letztendlich werden Arbeitsplätze im Bereich der Photovoltaik auf der Strecke bleiben. Vielleicht soll der Fachkräftemangel in anderen Bereichen beseitigt werden, in dem man hier Arbeitskräfte „freisetzt“? Thüringen ist gerade in der Zukunftsbranche (?) Photovoltaik sehr stark vertreten. Tausende Arbeitsplätze sind betroffen! Überall regen sich Widerstände. Ein Weg dies zu zeigen, ist die Teilnahme an der Großkundgebung in Berlin.

Viele Mitglieder und Unterstützer der Thüringer EnergieAgentur – ThEnA stehen einer angemessenen Reduzierung der PV-Vergütung durchaus offen gegenüber. Aber wenn schon, dann bitte planbar und nicht in einer Nacht- und Nebelaktion von heute auf morgen.

 

Quelle: V.i.S.d.P. Dipl.-Ing. Robert Schwarz, Vorstandsvorsitzender der Thüringer EnergieAgentur – ThEnA